Dr. Christoph Ploß, Koordinator der Bundesregierung für maritime Wirtschaft über die nationale Tourismusstrategie (#05)
Shownotes
Dr. Christoph Ploß, Koordinator der Bundesregierung für maritime Wirtschaft und Tourismus, erläutert im Gespräch mit dem Hotelverband Deutschland (IHA), wie die neue Nationale Tourismusstrategie Wettbewerbsfähigkeit, Investitionen und Beschäftigung auch in Hotellerie und Gastronomie stärken soll. Im Fokus stehen Bürokratieabbau, flexiblere Arbeitszeiten, steuerliche Entlastungen und eine praxisnahe Umsetzung statt jahrelanger Arbeitskreise.
Dieser Podcast wird produziert von TLDR Studios.
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00:00:02:
00:00:21: Herzlich willkommen zu unserem ersten Podcast im neuen Jahr, Zukunft Hotel vom Hotelverband Deutschland.
00:00:28: Dr.
00:00:28: Christoph Bloss, herzlich willkommen hier in Hamburg.
00:00:32: Ich hab gehört, du hast das Wohnzimmer nicht ganz der Wahlkreis, aber doch da, Markus Lute, super, Markus, schön, dass du es auch geschafft hast.
00:00:38: Und Otto, du bist auch gerade erst wieder in Deutschland angekommen, also vielen Dank.
00:00:42: Ja klar.
00:00:42: Richtig klasse.
00:00:42: Ich freue mich auf eine spannende Diskussion, freue mich auch, dass Sie da sind.
00:00:45: Das ist wirklich für uns ein Highlight.
00:00:47: Das wissen wir sehr zu schätzen, dass ich die Zeit nehme.
00:00:50: Und dann würde ich sagen, weil die Zeit ja kostbar ist, tauchen wir direkt mal ein.
00:00:54: Ich hätte eine Frage ganz am Anfang für unsere Hörer.
00:00:59: Ein bisschen naiv vielleicht, aber... Was macht ein Tourismusbeauftragter der Bundesregierung eigentlich für den Tourismus in Deutschland?
00:01:07: Also erstmal vielen Dank für die Einladung und allen Zuhörern ein frohes und glückliches neues Jahr.
00:01:13: Wir wollen in dem Jahr sehr viel bewegen für die Tourismusbranche und natürlich vor allem auch für die Hotelbranche.
00:01:19: Und formell heißt der Titel sogar Koordinator der Bundesregierung für Tourismuswirtschaft oder für Tourismus, also abgekürzt Tourismuskoordinator der Bundesregierung, weil das eine koordinierende Aufgabe ist.
00:01:33: Wenn man Tourismuspolitik macht, dann hat das selten mit einem Thema zu tun, das nur in einem Ministerium angesiedelt ist, sondern es geht häufig um arbeitsrechtliche Fragen, wenn wir in dem Podcast bestimmt auch noch sprechen, Flexibilisierung des Arbeitsrechts zum Beispiel.
00:01:49: Es geht aber auch darum, wie können wir unsere Infrastruktur ausbauen, welche Investitionen braucht es in der Schienenetz, in den Luftfahrtstandort Deutschland, in die Wasserstraßen und so weiter.
00:02:00: Und es geht natürlich auch um steuerpolitische Fragen, um die Abschaffung von Dokumentationspflichten.
00:02:06: Und da bin ich im Bundeskabinett ernannt worden, diese Aufgabe zu koordinieren, zu verantworten für die Bundesregierung.
00:02:15: Und man hat in dieser Aufgabe eben mit sehr vielen unterschiedlichen Ministerien zu tun.
00:02:19: Das ist auf der einen Seite sehr spannend, aber manchmal auch herausfordernd, weil man eben wirklich ... ganz viele auch ins Boot holen muss und hinter diese Aufgabe versammeln muss, für die Tourismuswirtschaft
00:02:31: viel zu holen.
00:02:32: Okay, dann finde ich das ganz spannend.
00:02:34: Passt ja in New Work eigentlich rein.
00:02:35: Dann sind Sie sowas wie der oberste Netzwerker, der probiert die einzelnen Silos, die Fachbereiche auf horizontaler Ebene miteinander zu verbinden.
00:02:44: Sind Sie der oberste Netzwerker für die Touristen?
00:02:45: Genau, man kann sagen auf der einen Seite Netzwerker.
00:02:49: Ich bin natürlich in der Bundesregierung immer dann unterwegs und versuche für die Touristen.
00:02:53: Tourismuswirtschaft wichtige Punkte auch zu platzieren.
00:02:57: Es ist ja so, wenn Sie zum Beispiel ans Finanzministerium denken, da kommt ja nicht nur aus der Tourismuswirtschaft das eine oder andere Anliegen, sondern aus gefühlt Tausenden Branchen.
00:03:07: Jeden Tag meldet sich da jemand und deswegen ist es natürlich auch wichtig, dass da eine Person auch in der Bundesregierung ist, die diese Punkte dann platziert, auch im Idealfall durchsetzt.
00:03:18: Und das mache ich jeden Tag mit großer Leidenschaft.
00:03:22: Es ist aber Nicht nur eine Frage, wie Netzwerk man gut, das ist in der Politik grundsätzlich immer wichtig, sondern es geht auch darum, wirklich gewisse Dinge zu bündeln, zusammenzuführen, auch innerhalb der Tourismuswirtschaft.
00:03:35: Ich habe ja auch mit unterschiedlichen Verbänden zu tun.
00:03:37: Für die einen ist der Outcome-Tourismus wichtig, für die anderen der Innenbauentourismus.
00:03:43: Also gibt ganz unterschiedliche Interessen, die einen gucken mehr auf, ich sag mal.
00:03:47: Deutschland-Touristen, die innerhalb Deutschlands reisen, die anderen beschäftigen sich, vor allem dann mit Touristen, die aus Asien kommen oder Nordamerika.
00:03:56: Also ist ganz unterschiedlich und auch das muss ich natürlich dann bündeln in den Gesprächen mit meinen Kollegen in der Regierung und auch im Deutschen Bundestag und deswegen hat man da sehr viele unterschiedliche Aufgaben.
00:04:09: Und darüber sprechen wir sicherlich auch.
00:04:12: Ich bin ja gerade auch dabei, zusammen mit wirklich sehr guten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Bundeswirtschaftsministerium eine neue nationale Tourismusstrategie aufzustellen.
00:04:22: Und die hat dann das hier auch wirklich die Politik der gesamten Regierung darzustellen, die Leitlinien in den nächsten Jahren abzustimmen.
00:04:31: Und die wollen wir auch ins Bundeskabinett bringen, damit eben dann alle Ministerien dahinter stehen.
00:04:36: Wenn wir nur im Bundeswirtschaftsministerium sagen, das ist schon mal gut und sicherlich auch immer wichtig, aber dann kann es immer sein, dass andere Ministerien das anders sehen.
00:04:45: Und deswegen hat man dann auch solche Aufgaben als Tourismuskoordinator der Bundesregierung so etwas wie eine nationale Tourismusstrategie aufzustellen.
00:04:53: Das finde ich total spannend.
00:04:54: schon, wenn Sie da nochmal kurz einhaken.
00:04:56: Ich erinnere mich an einen Termin-Marcus, den wir gemeinsam hatten im Bundesinnenministerium, wo es um den Mobile-Check-In ging.
00:05:03: Und das passt ja genau zu dem, was ja Dr.
00:05:06: Ploss sagt, dass ich weiß nicht, wie viele Ministerien waren dort mit dabei, Bundesinnenministerium, Bundeswirtschaftsministerium, Bundesjustizministerium, Bundesnachrichtendienst, alle möglichen, die irgendwie vortragen müssen, um dann dieses Thema zu lösen.
00:05:19: Also da kommen wir so ein bisschen hin, was du mal sagst.
00:05:21: Otto, Politik ist kein Sprint, das ist ein Marathon.
00:05:24: Und dann muss man gucken, dass wir das alles zusammenkriegen.
00:05:26: Gute Stichworte jetzt.
00:05:27: Also ich glaube, wir sollten... Das Gespräch auch mit dem großen Dankbeginn an Sie.
00:05:33: Sie haben als einer der ersten und auch nachhaltigsten.
00:05:37: die Reduzierung der Merbetscher auf Speisen mitvertreten.
00:05:40: Das war ein echter Marathon über viele, viele lange Jahre.
00:05:43: Unsere Argumente haben verfangen.
00:05:45: Sie selber haben diese Argumente weiter vorangetragen.
00:05:48: Es wird immer umgeblickt viel Quatsch geredet in verschiedensten Kanälen.
00:05:52: Wir bekommen also auch Gegenwind, auch Sie.
00:05:55: Wir wissen, dass Sie das aushalten und dahinter stehen.
00:05:58: Aber das ist ein großartiges Zeichen für die Branche.
00:06:02: sehr überfällig gewesen.
00:06:04: Es ist auch kein Geschenk, es kann eine Defension, sondern es stellt, um es noch einmal zu sagen, Steuergerechtigkeit her in einer Branche.
00:06:11: Es kann nicht sein, dass seine Tiefkühlpizza sieben Prozent im Supermarkt kostet und dass eine Pizza, die auf den Tisch serviert bekommt, in einem schönen Ambiente gepflegt, sauber, nachhaltig, eben auf einem Teller und nicht in den Pappkarton, dass die dann neunzehnt Prozent kostet.
00:06:28: Also das Ein wirkliches Aufbruchssignal auch in einem Jahr zwanzig sechsundzwanzig.
00:06:33: Noch mal vielen Dank dafür.
00:06:34: Ja sehr gerne und ich finde vor allem ein Argument fast noch stärker als die den Vergleich mit anderen Speisen und den Mehrwertsteuersetzen, weil wenn man sich das ganze Umsatzsteuer recht in Deutschland anschaut, da wird man auch ganz viele andere Beispiele finden.
00:06:49: Scampi und Garnelen werden unterschiedlich besteuert.
00:06:54: Kaffee mit Hafermilch wird dann anders besteuert als der mit Kuhmilch.
00:06:57: Da müsste man sowieso mal grundsätzlich ran.
00:06:59: Das hat sich historisch über viele Jahrzehnte entwickelt.
00:07:01: Es gibt einen schönen
00:07:01: Witz zwischen dem passierten Muli und dem geschlechtsfälgenden Esel, der eine, sieben, der andere, neunzehnt Prozent.
00:07:09: Und dann wurde dann der Esel immer zum Herrchen satt.
00:07:12: Man kommt gar nicht auf die Idee.
00:07:14: Aber es zeigt einfach die Irrationaleität.
00:07:17: Das Ganze ist es auch schwer zu erklären.
00:07:19: So ist es nicht.
00:07:20: Und hat sich eben ... wirklich historisch entwickelt.
00:07:23: Da müsste man mit dem Finanzminister mal sehr intensiv sprechen, den vielleicht auch mal hier ein Podcast einladen, weil da muss man wirklich mit der Machete ran, um das mal zu lichten.
00:07:32: Das geht dann auch über meinen Bereich hinaus.
00:07:34: Aber ich finde, es gibt ein auch noch sehr wichtiges Argument, warum diese Mehrwertsteuersenkung auch so wichtig ist.
00:07:40: Neben auch... dem völlig berechtigten Vergleich, den sie eben angestellt haben.
00:07:45: Gerade die Hotels, die Gastronomiebetriebe, die stehen wirklich mit dem Rücken zur Wand.
00:07:49: Und häufig reden wir über kleine oder mittelständische Unternehmen.
00:07:53: Also wir haben ja in der Debatte, wurde mir ja auch immer entgegengehalten.
00:07:57: Auf einmal würde man nur für McDonalds oder Burger King was tun.
00:08:01: In den meisten Fällen reden wir hier über kleine lokale über inhabergeführte hotels mit auch wenigen angestellten die eine ganz ganz wichtige arbeit machen auch gerade in kleineren gemeinden.
00:08:12: da gibt es dann häufig auch nur ein hotel und wenn das dicht machen muss weil die kosten zu hoch sind weil die die ganzen herausforderung ein mehr stemmen können dann hat das nicht nur eine auswirkung dort auf arbeitsplätze und steuereinnahmen die fehlen das ist schon wichtiger punkt sondern dann wird das auch so eine gemeinde oder vielleicht dünn besiedelte region komplett abhängen und das müssen wir stärker auch in den Mittelpunktstellen der Debatte und das versuche ich auch in vielen Interviews immer wieder rauszuarbeiten.
00:08:39: Wenn die Lokale, wenn die kleinen Hotels, wenn die Gastronomiebetriebe dicht machen müssen, dann fehlt eine enorm wichtige Struktur gerade im ländlichen Raum und gerade dort kommen auch vor allem viele Menschen zusammen aus unterschiedlichen Milieus.
00:08:54: Also viele sind ja heute nur noch im Internet unterwegs und bestärken sich dann in ihrer Blase.
00:09:01: Das ist für die Gesellschaft aus meiner Sicht nicht gut, weil man gar kein Verständnis mehr hat für andere.
00:09:05: weil man nur noch seine eigene Meinung vielleicht manchmal auch radikalisiert und nicht im gar nicht mehr für Argumente offen ist.
00:09:12: Der Stammtisch hat keine Algorithmen.
00:09:16: Genau, der keine Algorithmen und deswegen glaube ich ist das auch so enorm wichtig diese Infrastruktur politisch zu unterstützen, weil dort eben sehr viele Menschen aus ganz unterschiedlichen Milieus zusammenkommen, mal offen geredet wird ohne dass man Angst haben muss in irgendeiner Ecke gestellt zu werden.
00:09:31: und das ist für mich ein mindestens genauso wichtiges Argument wie natürlich auch die wirtschaftspolitischen Argumente.
00:09:37: Ja, nur jetzt gucken wir uns das mal an Otto, weil das ist spannend.
00:09:39: Ich betreibe Modell, wo viele Schützen vor eine sind, wo viele Hochzeiten gemacht werden im Süden Deutschlands.
00:09:45: Und wir haben immer wieder die Diskussion, jetzt sind wir beim Thema Arbeitsheitsschutzgesetz so ein bisschen, ja, das ist eine tolle Party, alles läuft super.
00:09:51: Und um ein Uhr soll es eigentlich vorbei sein und dann sagt das Brautpaar oder der Veranstalter, Mensch können wir noch zwei Stunden länger machen, wir bezahlen das auch fertig aus.
00:10:00: Geht laut Gesetz nicht, wenn die Leute schon zehn Stunden gearbeitet haben.
00:10:04: Und es ist für uns extrem
00:10:05: schwierig,
00:10:05: muss man auch sagen, dann um Mitternacht noch jemand anzurufen und sagen, kannst du um eins bitte noch mal für drei Stunden vorbeikommen, wir brauchen noch Unterstützung.
00:10:13: Also da geht ja so ein bisschen die Gesetzgebung einer Lebenswirklichkeit vorbei, ehrlich gesagt.
00:10:19: So ist es häufig, ja.
00:10:20: Wenn wir das unterstützen wollen, müsste man das irgendwie mal ändern.
00:10:23: Eine von vielen Themen.
00:10:24: Aber noch einmal in Ergänzung.
00:10:27: Wir haben einen Gasthaussterben, etwa fünf Prozent, Markus.
00:10:32: Du bist ja der mit den Faktencheck auch hier heute am Tisch.
00:10:35: Ich glaube, es ist fünf Prozent im Jahr, der Gasthöfe gehen machen zu.
00:10:40: Das im ersten Jahr fällt das nicht so auf.
00:10:42: Aber wenn man fünf Jahren, ist es ein Viertel, nach zehn Jahren ist es die Hälfte.
00:10:47: Und das ist fatal.
00:10:48: Und schon heute versucht man im ländlichen Raum, montags, mittags, ein offenes Restaurant zu finden, ist das so gut wie unmöglich.
00:10:55: Man landet dann in Dönerbude, was auch lecker ist, aber auch nicht immer.
00:11:00: Und das ist ein Zeichner im Gastkultur.
00:11:03: Und deshalb noch einmal ganz klar vielen Dank, dass Sie dem Strom ausgehalten haben, jetzt stellvertretend für die Bundesregierung.
00:11:11: Ich bin ganz sicher, dass das ein starkes Signal an viele sein wird, durchzuhalten oder auch neu in den Beruf einzukommen.
00:11:20: Denke ich auch, das erhoffe ich mir auch, weil in der Tat dieses Gastronomiesterben, teilweise auch das Hotelsterben, was wir häufig sehen, das muss gestoppt werden, auch vor allem aus gesellschaftlichen Gründen.
00:11:32: Also das kann man wirklich nicht häufig genug betonen, weil sonst könnte man auch sagen, okay, gut, die können eventuell auch woanders arbeiten.
00:11:40: Warum sollen die jetzt steuerlich begünstigt werden?
00:11:44: Aber wenn diese Struktur wegfällt, dann werden wir gesellschaftlich enorme Probleme haben.
00:11:49: vor allem werden ganze Regionen abgehängt werden.
00:11:51: Und wenn ich mir mal so die politische Landschaft anschaue, mit auch Parteien am linken und rechten Rand, die immer stärker werden, ist das, glaube ich, nicht das, was wir gebrauchen können, wenn wir auch die politische Mitte in Deutschland wieder stärken wollen und stabilisieren wollen.
00:12:06: Dafür brauchen wir genau auch diese Strukturen.
00:12:09: Genau.
00:12:10: Da hatten Sie auch zu Recht angesprochen, dass es da eine Tourismusstrategie bedarf, wenn ich da mal einacken darf.
00:12:16: Nun hatten wir von ... allen Vorgängerregierungen auch immer eine Tourismus-Strategie.
00:12:21: Es war schon ein Running-Hack unter uns in Verbänden.
00:12:24: Zu Beginn der Legislaturperiode werden zu Arbeitskreisen eingeladen und kurz vor Tore schlussende Ablauf von vier Jahren kommt dann etwas wie eine Strategie, die von der nächsten Regierung gleich wieder auf Null gesetzt wird.
00:12:35: Und wir arbeiten eine neue.
00:12:36: Es kam nie zu einer Umsetzung.
00:12:38: Bei Markus, dass die letzte Strategie auf Null gesetzt wird, war vielleicht nicht so allzu schlecht.
00:12:42: Ich hatte das zweifelhaft Verglügen im Lenkungsausschuss zu sitzen von der nationalen Tourismusstrategie.
00:12:48: Und muss zugeben, dass ich also Tagträume mit zunehmenden Aggressionen hatte, da hatte ich mit dreißig Leuten am Tisch zu sitzen und es wurde nichts bewegt.
00:12:57: Also ich freue mich sehr auf den Neustart, aber ich kann nur sagen, es waren echt vier verlorne Jahre.
00:13:03: Also deswegen wollen wir einiges anders machen.
00:13:05: Ich bin ja jetzt seit Ende Mai im Amt, ging auch dann sofort los.
00:13:11: Wenn man dann im Bundeskabinett ernannt wird, dass dann öffentlich wird, dann bekommt man innerhalb weniger Sekunden schon hunderte Glückwunschschreiben per
00:13:20: Mail.
00:13:21: Und übrigens Riefelkommen
00:13:22: all und so weiter.
00:13:24: Das ist aber auch sehr schön, weil es ja auch zeigt, dass eine gewisse Hoffnung und auch Erwartung damit verbunden ist.
00:13:30: Und ich habe auch in den ganzen Glückwunschreiben gemerkt, so viele hoffen wirklich auf den Politikwechsel.
00:13:36: Erstens bei der nationalen Tourismusstrategie, aber auch bei anderen Themen.
00:13:40: Und deswegen bin ich seitdem auch wirklich hoch engagiert dabei, diesen Politikwechsel einzulösen.
00:13:46: Und meint sie ist, dass sie am Ende der Legislaturperiode und die Zuhörer am Ende der Legislaturperiode sagen, da hat sich viel in die richtige Richtung bewegt.
00:13:55: Der hat einen guten Job gemacht, der hat viel vorangetrieben und unsere Branche steht stärker da als vorher.
00:14:01: Und deswegen habe ich mir vorgenommen, vor allem auch die Wettbewerbsfähigkeit, der ganzen Tourismusbranche, auch gerade das Hotelgewerbes zu stärken, weil ich glaube, das ist der entscheidende Punkt, wenn wir eben mehr Gäste nach Deutschland holen wollen, wenn wir dafür sorgen wollen, dass unsere Hotels noch besser ausgelastet werden und wenn wir wollen, dass unsere Betriebe auch mit anderen Ländern mithalten können, weil wir haben natürlich immer wieder auch Standortfragen.
00:14:28: Ich nenne mal so das Beispiel Luftverkehr, so dadurch, dass die Luftverkehrsteuer in den vergangenen Jahren immer weiter erhöht wurde.
00:14:36: hat es dazu geführt, dass der Luftfahrtschaner Deutschland immer unattraktiver wurde.
00:14:41: Das heißt, Flugverbindungen nach Deutschland und von Deutschland in andere Länder wurden gestrichen.
00:14:46: Mit der Folge, dass Gäste, die potenziell hier in unseren deutschen Hotels übernachten, dann andere Länder angesteuert haben.
00:14:54: Und deswegen habe ich gesagt, das ist jetzt ein Beispiel, was für viele steht.
00:14:57: Da müssen wir wieder wettbewerbsfähiger werden.
00:15:00: Die Standortkosten müssen runter.
00:15:02: Neben der Mehrwertsteuersenkung für die Gastronomie war das auch eines meiner Themen in den vergangenen Monaten, für die ich wirklich sehr hart gekämpft habe, dass die Luftverkehrsteuer gesenkt wird.
00:15:11: Das wird jetzt zum ersten Juli dieses Jahres passieren und das wird dazu führen, dass dann auch wieder mehr Flugverbindung nach Deutschland kommen und zumindest weiterer auch nicht gestrichen werden.
00:15:23: Und deswegen war mir das so wichtig, diese Wettbewerbsfähigkeit nach vorne zu stellen.
00:15:28: Herr Lute, Sie haben eben auch einen anderen wichtigen Punkt gesagt, nämlich dass häufig die Strategie sehr weit am Ende der Legislaturperiode vorgestellt wurde.
00:15:37: Und auch das wollte ich zusammen mit meinem Team anders machen.
00:15:40: Wir haben deswegen sofort nach Amtsantritt und nachdem wir uns bedankt haben für die vielen Glückwunsch schreiben, gleich mit der Arbeit sehr intensiv begonnen und wirklich auch hart in den vergangenen Monaten gearbeitet, weil wir diese nationale Tourismusstrategie noch in diesem Quartal vorstellen möchten.
00:15:59: Wir reden jetzt hier über das erste Quartal.
00:16:03: Wir sind jetzt in den Endzügen.
00:16:05: Nageln Sie mich bitte noch nicht auf den Tag fest.
00:16:07: Da kann es immer mal Verschiebung geben.
00:16:08: Ich sag's mal so, die Zuhörer, wenn der Podcast erscheint, das wird dann wahrscheinlich nicht mehr lange dauern, bis wir die dann auch der Öffentlichkeit vorstellen werden.
00:16:19: Und das waren wir aus folgendem Grund sehr wichtig.
00:16:21: Weil ansonsten haben wir dann eine Strategie, ich sag mal, ein Jahr vor der Bundestagswahl.
00:16:25: Da sagen Sie vielleicht dann auch als Verband.
00:16:27: Toll, stehen gute Dinge drin.
00:16:28: Aber realistisch kann man kaum mehr was umsetzen, weil dann bald Vorwahlkampfphase ist, die Abstimmung immer schwieriger wird und dann haben wir Wahlkampf und eine neue Regierungsbildung und dann wird wieder eine neue Strategie erarbeitet.
00:16:40: Genau das wollten wir verhindern.
00:16:42: Und deswegen war mir so wichtig, dass wir wirklich da mit Hochdruck rangehen, damit diese Strategie, die auch nicht nur eine Strategie des Bundeswirtschaftsministeriums ist, sondern der gesamten Bundeskaminetz, der gesamten Bundesregierung, dass diese Strategie jetzt in diesem Jahr vorgestellt wird und wir sie dann auch abarbeiten können, weil wir haben dann noch zweieinhalb, drei Jahre mal den Wahlkampf abgezogen, indem wir wirklich effektiv diese Strategie auch abarbeiten können.
00:17:09: Und ich glaube, da wird dann auch viel gelingen.
00:17:11: Paar Punkte haben wir schon.
00:17:12: vorausgenommen, wie die Mehrwertsteuersenkung für die Gastronomie oder auch die Senkung der Luftverkehrsteuer.
00:17:18: Aber es gibt eben auch noch viele andere Punkte, die wir angehen wollen, wie zum Beispiel auch ein flexibleres Arbeitsrecht.
00:17:24: Also wir müssen aus meiner Sicht dringend dahin kommen, dass wir nicht eine tägliche Höstarbeitzeit haben, sondern eine wöchentliche Höstarbeitzeit.
00:17:32: Und das wird zum Beispiel auch in dieser Strategie drinstehen, kann ich schon mal einen Zuhörer hier verraten.
00:17:37: Ist ja also wirklich um Wettbewerbsfähigkeit dann auch zu gehen.
00:17:40: Bei der Ampelregierung war ich in dieser Arbeitsgruppe Wettbewerbsfähigkeit.
00:17:44: Gleich in der ersten Sitzung wurde mir verboten Themen wie Arbeitszeitflexibilisierung oder Mehrwertsteuersätze anzusprechen.
00:17:52: Das gehöre nicht dorthin.
00:17:53: Man wolle sich fokussieren auf das, was innerhalb der Tourismus Blase umsetzbar ist, also eigentlich schon den vorbezeichneten Weg.
00:18:01: Freu mich zu hören, dass jetzt hier doch ein ganz anderer Wind weht, dass man ärgerzige Ziele setzt und dann auch wirklich den Elefant im Raum adressiert und nicht auf dem Nebenkrieg schon weist.
00:18:14: Wie hoch ist denn ihr Team?
00:18:17: Wie groß ist denn ihr Team, wenn Sie von Team sprechen?
00:18:19: Also ich habe in meinem Büro selbst eine persönliche Referente und dann eine Referente, die für Tourismus-Themen zuständig ist.
00:18:28: Und dann so ein anderes Vorzimmer, also die kümmern sich dann um unter anderem die Bearbeitung der vielen Glückwunsch schreiben, aber auch Terminanfragen.
00:18:35: Die Einladung zu den Podcasts.
00:18:37: Genau, wenn Sie jetzt anrufen, sagen Sie, wollen wir mal den Tourismus-Koordinator sprechen, da ich ja auch in vielen Terminen bin, wie hier in dem Podcast, nimmt dann jemand ab und kümmert sich sehr toll.
00:18:46: Die kommen ganz oben
00:18:47: übrigens großartig mit dem.
00:18:48: Das
00:18:49: freut mich sehr zu hören, gebe ich gern weiter.
00:18:52: Die machen auch wirklich super Arbeit allesamt, das muss ich wirklich sagen.
00:18:56: Also, wenn wir jetzt die nationale Tourismusstrategie vorstellen, ist das jetzt nicht nur mein Werk, sondern da haben sehr viele richtig toll auch dran mitgearbeitet.
00:19:05: Und wir haben dann noch zwei Tourismusreferate im Bundeswirtschaftsministerium.
00:19:11: Und eine Unterabteilungsleiterin, die Iris Wehrmann, die vielleicht eine oder andere aus der Branche auch kennt, die dafür verantwortlich zeichnet und die auch wirklich sich super in diesen ganzen Themen auskennt, mit Leidenschaft diese Themen aufforantreibt.
00:19:26: Also wir arbeiten da wirklich sehr, sehr gut zusammen.
00:19:29: Und da sind dann natürlich innerhalb dieser Tourismusreferate auch noch weitere Referenten.
00:19:35: Und mit denen habe ich natürlich auch regelmäßig zu diesem Tourismus-Theme zu tun.
00:19:38: Darf ich so als Leidtragender der letzten Regie und der letzten Lenkungskreis vielleicht Ihnen etwas ungefragt mitgeben?
00:19:45: Es ist unhöflich, aber ich würde... dringend darum bitten, das Top-Down zu machen und auch Dinge vorzugeben.
00:19:52: Sie haben ein klares Programm, Sie haben eine Vision.
00:19:55: Machen Sie es einfach.
00:19:56: Deswegen auch kann ich genau.
00:19:58: Just do
00:19:58: it.
00:19:59: Hören Sie auf zu reden.
00:20:00: Das letzte, das war ein Laberverein.
00:20:04: Wir haben uns totgeredet bis wirklich zur Hürdenlähmung da gesessen.
00:20:09: Es war unglaublich aufwendig, weil der Kreis immer mehr, fast dreißig Personen plus beinhaltete.
00:20:15: Es sind Brater rauf und runter.
00:20:17: laufen, die dann für sehr viel Geld und welche Gutachten in Jahren erstellt haben, die alle im Schredder verschwunden sind.
00:20:24: Also machen Sie es einfach mal.
00:20:26: Aber ändern Sie die Idee.
00:20:29: Ich
00:20:29: finde es absolut richtig, weil wir haben ja sehr viele Verbände auch in der Tourismusbranche.
00:20:35: Die Verbände haben alle auch ihre Gründe und häufig gute Punkte.
00:20:39: Aber Es liegt natürlich auch eine gewisse Gefahr, dass man sagt, bei gefühlt hunderten Verbänden, wenn wir jetzt permanent jede Woche mit jedem sprechen, dann können wir am Ende nichts umsetzen.
00:20:50: Und deswegen habe ich Folgendes gemacht.
00:20:52: Ich habe alle Verbände auch getroffen oder treff die noch jetzt im ersten Quartal.
00:20:57: und höre mir auch die Punkte an und versuche aber dann, auch gerade bei der nationalen Tourismusstrategie, viele Punkte auf eine höhere Ebene zusammenzuziehen.
00:21:06: Also wenn jetzt zum Beispiel, ich sag mal so Sonderthemen da sind, eines kleinen Verbandes, die sehr berechtigt sind, dann gucken wir, dass wir im Tagesgeschäft diese Punkte abarbeiten und wir kümmern uns auch um diese... kleineren Verbände.
00:21:18: Aber wir haben eben ein paar generelle Themen wie Arbeitsrecht, wie ein Ausbau der Infrastruktur, auch zum Beispiel die Digitalisierung der Visa-Verfahren, finde ich ein sehr wichtiges Thema, was wir in diesem Jahr unbedingt umsetzen wollen.
00:21:31: Wir haben jetzt auch eine zweistätige Summe dafür im Haushalt.
00:21:35: bereitgestellt, dafür habe ich mich als Tourismuskoordinator sehr eingesetzt.
00:21:40: Und das sind Themen von denen profitieren ganz viele unterschiedliche Zweige der Tourismuswirtschaft.
00:21:45: Und diese großen Themen, die wollen wir in der nationalen Tourismusstrategie adressieren, so ähnlich wie die Österreicher das gemacht haben.
00:21:51: Die haben auch dann gesagt, wir wollen jetzt nicht zu kleinteilig bei dieser Tourismusstrategie werden, sondern wirklich dann.
00:21:59: Wir haben uns vorher ganz viel angehört, also da werden Sie und andere Verbände, glaube ich, ganz viel wiederfinden.
00:22:04: Aber irgendwann muss man auch entscheiden.
00:22:06: Und so haben wir das auch gemacht.
00:22:08: Der Job ist früher als Moderator bestanden worden.
00:22:11: Sie sind jetzt Koordinat.
00:22:12: Genau.
00:22:13: Und das, was Herr Bundeskanzler Merz jetzt auch in seiner Neuesansprache wirklich gesagt hat, dass sie Macher sind.
00:22:19: Sie müssen ... das ankommen lassen, die Bürger dieses Landes müssen verstehen, was diese Regierung tut.
00:22:26: Und das ist auch die ganz große Erwartung der Wirtschaft, so auch der Hotel-Regel-Gastronomie.
00:22:31: Sie wollen Ergebnisse sehen, auch völlig zu Recht.
00:22:33: Und ich glaube, wir haben in einigen Bereichen in den ersten Monaten Ergebnisse geliefert.
00:22:38: Auf jeden Fall.
00:22:38: Wir werden Steuersenkungen, Senkung der Luftverkehrsteuer, wir bereiten jetzt die nächsten...
00:22:42: Big Points, große Punkte.
00:22:43: Genau, das waren, und das war für ihr auch ein harter Kampf, aber das heißt ja nicht, dass man jetzt sagt, ach... Jetzt haben wir vielleicht schon sogar mehr erreicht als die Vorgängerregierung in wenigen Monaten.
00:22:52: Jetzt hören wir auf mit der Arbeit, sondern es gibt ja weiterhin viel zu tun.
00:22:56: Arbeitsrecht.
00:22:58: Wie eben gesagt, steht bei mir jetzt sehr weit oben auf der Agenda auch diese Digitalisierung der Visa-Verfahren.
00:23:03: Stärkung auch des Messestandorts.
00:23:05: Wir haben in Deutschland Städte wie Hannover, wie Düsseldorf, wie Hamburg, wie natürlich auch Berlin.
00:23:11: Das sind bedeutende Messestandorte.
00:23:13: Und ich sehe eine gewisse Gefahr, wenn wir auch da nicht die Wettbewerbsfähigkeit verbessern.
00:23:17: Weil zum Beispiel in anderen Ländern alles digital läuft und unbürokratisch läuft.
00:23:22: Und bei uns müssen diejenigen, die zu so einer Messe kommen, irgendwelche Zettel in Konsulaten ausfüllen.
00:23:27: dann sorgt das dafür, dass teilweise immer weniger Messebesucher kommen, Touristen aus dem Ausland nach Deutschland kommen und die bringen ja häufig relativ viel Geld mit, was sie dann in den Hotels oder in den Innenstädten lassen.
00:23:41: Und wir wollen deswegen, dass der Messestandort auch sehr gestärkt wird und dass wir in Deutschland am Ende dieser Legislaturperiode in Hinblick auf die Messen deutlich besser dastehen.
00:23:53: Und deswegen auch diese Digitalisierung der Visa-Verfahren, Flexibilisierung des Arbeitsrechts und auch weniger Auflagen, Dokumentationspflichten.
00:24:01: Wir haben jetzt auch intensiv begonnen, zum Beispiel mit dem de Hoga, diese Praxischecks voranzutreiben, dass wir eben nicht nur in Podcast und Sonntagsreden sagen, wir wollen schön Bürokratie bauen, da sagen wir wahrscheinlich auch die Zuhörer zurecht.
00:24:15: Das haben wir schon vom Politikern seit Jahren gehört.
00:24:17: Wir können es nicht mehr hören, wir wollen Ergebnisse sehen.
00:24:20: Kann ich jedem der Zuhörden sagen, kann ich gut verstehen?
00:24:23: Und deswegen arbeiten wir konkret mit den Praxischecks dran, dass wir eben sagen, wo kann man eben auf Dokumentationspflichten verzichten, damit diejenigen in den Hotels, in den Gastronomiebetrieben sich auf ihre eigentliche Tätigkeit konzentrieren können.
00:24:36: Ich glaube, was für uns extrem wichtig ist als Unternehmer, ist das Paradigmenwechsel.
00:24:41: Man hatte in der Vergangenheit oft das Gefühl, dass man immer einem Generalverdacht unterworfen ist, etwas Unrechtes zu tun.
00:24:50: Und letztendlich, wenn man das einmal sagt, wenn man verloren Hundert Unternehmen, ich vertreibe es jetzt auch mal im Flakativ darzustellen, machen drei Prozent von diesen Unternehmen, machen Dinge, die nicht richtig sind, aber die anderen sieben, neunzig Prozent müssen entsprechend drunter leiten.
00:25:07: Also das wäre die Grundhaltung, dass man sagt, man kann Bürokratie nicht so aufbauen, dass hundert Prozent wirklich in jeder Art quasi nachkontrolliert werden, sondern muss eine gewisse Große vertrauen.
00:25:20: in die Unternehmen setzen, dass die meisten das in Ordnung machen und diejenigen dann verfolgen.
00:25:26: die Fehler machen, die Dinge machen, die uns nicht rechtend sind, die müssen mit aller Härte dann bestraft werden.
00:25:32: Aber die anderen muss man etwas von der Leine lassen, weil ich einfach
00:25:35: tut dies.
00:25:37: Tutivst
00:25:37: glaube, dass die meisten wirklich aus rein, aus einer intrinsischen Motivation heraus die Dinge ordentlich macht.
00:25:44: Also ich setze mich grundsätzlich dafür ein, dass Unternehmertum in Deutschland anders gesehen wird, als es leider häufig der Fall ist.
00:25:50: Gibt ja auch die schöne Beispiele aus dem Tatort, wie ganz häufig ist dann der Unternehmen Thema der Mörder oder der Böse.
00:25:58: Die Korrelation
00:25:59: haben wir gar nicht gehabt.
00:25:59: Ja, das gab neulich da eine sehr spannende Studie dazu.
00:26:02: Und man sieht leider ja auch häufig, wenn man sich Medien anschaut oder auch manche Debatten auf Social Media, da werden Unternehmer automatisch in irgendeine schlechte Ecke gestellt.
00:26:13: Und das halte ich für fatal, weil ohne die Unternehmen oder ohne die Unternehmer, gerade die kleinen und mittelständischen Unternehmer, wäre unser Wirtschaftsstandort Deutschland nicht so stark wie er ist.
00:26:25: Die kleinen und mittelständischen Unternehmen, natürlich auch einige große Unternehmen, auch Ketten, die tragen unseren Wirtschaftsstandort und hätten wir die nicht.
00:26:32: Und wären die weg, dann könnten wir uns ganz viel gar nicht mehr leisten.
00:26:35: Das ist die Grundbedingung dafür, dass wir ein starkes Bildungssystem haben, eine starke Infrastruktur, dass unsere Polizei gut agieren kann.
00:26:43: Das können wir nur mit leistungsfähigen Unternehmern hinbekommen.
00:26:48: Und deswegen werbe ich sehr dafür, dass wir einen ganz anderen Blick aufs Unternehmertum haben.
00:26:52: Ich habe selber ja auch zwischen den Jahren den Vorschlag gemacht, dass wir das Fach Wirtschaft in den Schulen einführen, Flächensecken in Deutschland und dass wir auch Unternehmer in die Schulen holen.
00:27:03: Weil auch das sieht man häufig, dass Abiturienten oder diejenigen, die den Schulabschluss machen, es gibt sehr wenige, die Unternehmer werden wollen.
00:27:12: sondern sehr viele, die eben sagen wollen, sie wollen in den Staatsdienst.
00:27:15: Wir brauchen auch da gute Leute, aber wir haben da ein Ungleichgewicht.
00:27:18: Wir brauchen mehr Leute, die auch Unternehmer werden wollen, die gründen wollen, die einen kleinen und mittelständischen Betrieb führen wollen.
00:27:25: Und das muss auch gesellschaftlich und politisch positiv konnotiert werden.
00:27:30: Kann man doch nicht sagen, wenn man Unternehmer wird, hat man irgendwie das Gefühl, man ist nicht irgendwie auf der guten Seite.
00:27:37: Und das will ich deswegen dringend ändern.
00:27:39: Und das wird sich auch in der Tourismusstrategie abbilden.
00:27:43: Da wird die Volkswirtschaft insgesamt oder das Thema Wirtschaftspolitik, aber auch das Thema Unternehmertum eine sehr positive Rolle spielen.
00:27:52: Und auch da werden wir es anders machen als in den Jahren vorher.
00:27:55: Also wenn man guckt jetzt nochmal Unternehmertum, wir haben ja mit Kununu eine Partnerschaft angegangen.
00:28:02: Und da sieht man eigentlich sehr schön, nachdem wir diesen eigenen Reiter-Hotellerie hatten, in dem Vergleich zu anderen Branchen stehen, wie gut wir auch wirklich dastehen.
00:28:09: Also es sind immer wieder schwarze Schafe, über die berichtet wird, nur... Wir haben eine tolle Ausbildung, wir haben tolle Unternehmer, wir haben tolle Führungskräfte.
00:28:17: und dann schaut man sich an, welche Möglichkeiten aus einer Hotelausbildung herausgeneriert werden können, dass viele von den Topmanagern, die im Ausland sind, in irgendwelchen Top-Hotels, die kommen alle aus einer deutschen Ausbildung, aus der deutschen Hotellerie.
00:28:31: Also ich glaube, das ist wichtig, dass wir das weiter positiv unterstützen und auch das Narrativ dafür bilden.
00:28:36: Ja,
00:28:37: weil das das Mindset ist ja so, dass man sagt, maximale Transparenz.
00:28:41: Wir möchten, dass Arbeitgeberbewertungen öffentlich gestellt werden, dass die schwarzen Schafe, die es auf jeden Fall gibt, dass diese dann öffentlich benannt werden, dass aber die vielen Guten, die in super Verhältnis zu ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben, dass die auf jeden Fall dann auf einer Plattform gehoben werden.
00:28:59: Ein anderes Thema.
00:29:02: Wenn wir sie jetzt schon einmal hier antisch haben vor Mikro, dann geht es so von Schlag auf Lag, Bürokratieabbau ist ein riesengroßes Thema.
00:29:10: Wir möchten, dass unsere Hoteliers, dass unsere Gastwürttel, Gastwürtteln, dass sie beim Gast sind.
00:29:16: Und wir haben ganz, ganz oft das Problem, dass die Prozent unserer Betriebe haben weniger als zehn Mitarbeiter und weniger.
00:29:23: Wir reden jetzt nicht nur von den Großen, sondern sie hatten es eben selber gesagt.
00:29:26: Der Kern der Hotellerie, der Gastwelt in Deutschland ist wirklich dann sehr mittel.
00:29:30: ständig geprägt und die haben einfach keine Zeit, diese ganzen Dinge zu machen, sondern die laufen mit dem Thermometer durch die Gegend, die füllen irgendwelchen Papiere aus und machen und tun.
00:29:42: Gibt es da konkrete Ansätze, um wirklich diesen Wust an Aufgaben zu reduzieren?
00:29:48: Ja, ich hatte ja eben schon die Praxis-Checks.
00:29:51: Das ist etwas, was wir noch ausweiten wollen.
00:29:54: Also, dass wir konkret mit Verbänden besprechen, wo drückt der Schuh?
00:29:58: Weil die Verbände wissen ja mit ihren Mitgliedsunternehmen häufig am besten, wo ist der Bedarf, was nützt konkret?
00:30:04: Und deswegen wollen wir dabei eine ganz enge Zusammenarbeit auch in dieser Legislaturperiode pflegen.
00:30:10: Da haben wir jetzt begonnen in Bayern mit dem Dehoge.
00:30:12: Und das wollen wir auf andere Bundesländer ausweiten.
00:30:15: Und da geht es dann immer so ein schönes bürokratisches Wort um den Vollzug, also das nicht, was sie eben auch gesagt haben, wenn es dann um irgendwelche, ich sag mal, Lieferketten geht, die dokumentiert werden müssen oder wird alles richtig gekühlt, gelagert etc.
00:30:31: So und da wollen wir insgesamt einen anderen Geist reinbringen, dass wir sagen grundsätzlich die meisten Unternehmer, die machen das erstens sauber, die machen das richtig, die achten auch selber drauf, dass es korrekt ist, weil ansonsten, wenn das rauskommt, würden die auch ihre Kunden verlieren, also jeder der einigermaßen bei Sinn ist, der wird schon sowieso darauf achten, weil keiner will ja irgendeinen Skandal bei sich haben.
00:30:55: Und dann sagen wir eher ab und zu Stichproben.
00:30:58: Man kann auch dann drüber reden, erhöht man dann die Strafen, wenn man erwischt wird.
00:31:02: Aber was eben das Schlimme ist, dass die, ich sage, die ninety-fünf Prozent oder neunneinzig Prozent, die korrekt arbeiten, die auch darauf achten, dass alles gut läuft.
00:31:13: dass diese neunundneunzig Prozent nicht im Alltag permanent gegängelt werden und wirklich jeden kleinen Vorgang auf den Zettel aufschreiben müssen, Aktenordner haben, wie in den Siebziger, Achtziger, Neunziger Jahren, vielleicht noch irgendwas rüberfaxen müssen.
00:31:26: Das ist wirklich Oldschool, das muss ein Ende haben.
00:31:29: Und diese Umkehr der Beweislast, dass die eigentlich an Kern unseres Rechtssystems ist, die Unschuldsvermute.
00:31:36: Und
00:31:36: das ist aufgehoben in vielen, vielen Bereichen, dass man wirklich dann seine Unschuld beweisen muss.
00:31:42: Ansonsten ist man schuldig.
00:31:44: Und auch das
00:31:46: wird sich... Ich verrate
00:31:47: ja hier schon fast alles, was in der nationalen Tourismusstrategie steht, aber auch genau das wird in der nationalen Tourismusstrategie sich abbilden, dass man eben anderen Geist hat, dass wir sagen, der Unternehmer, der steht nicht... per se unter Generalverdacht und wird jeden Tag gegängelt vom Staat, weil er ja eigentlich sowieso irgendwas Böses im Schilde führt oder das nicht auf die Reihe bekommt.
00:32:10: Das ist ja häufig so der Gedanke, der immer dahinter steht, sondern wir sagen, wir brauchen Unternehmer, wir wissen um die hohe Bedeutung des Unternehmertums, weil ohne die Unternehmer eben gar nicht unsere Gesellschaft zu finanzieren wäre oder der Staat zu finanzieren wäre.
00:32:23: Und deswegen wollen wir die Unternehmer unterstützen.
00:32:26: Und ich weiß auch als Tourismuskoordinator, Wie hart wirklich die Unternehmer kämpfen, arbeiten, jeden Tag viele große Herausforderungen haben.
00:32:35: Und da ist mein Ziel, dass ... Die Unternehmer sagen, okay, der drückt uns jetzt nicht noch irgendwelche nervigen Aufgaben in das Tagesgeschäft rein, die man kaum bewältigen kann, sondern er entlastet.
00:32:46: Und deswegen auch, wenn Sie was haben als Verband, Sie sagen, da könnte man konkret was machen, melden Sie sich bitte.
00:32:53: Auch alle Zuhörer können gerne eine Mail schreiben.
00:32:56: Am besten ist natürlich immer vor uns gebindelt über ein Verband, weil das macht es dann immer einfacher.
00:33:00: Und dann versuchen wir das auch umzusetzen.
00:33:03: Das ist mit den Praxischecks die eine... Ein tolles Instrument sind, von dem ich auch glaube, dass sie Wirkung erzeugen.
00:33:09: Das ist der richtige Weg, durch den Bestand an Bürokratie zu gehen.
00:33:13: Umso ärgerlicher ist es, wenn auch unter der neuen Regierung neue bürokratische Lasten, die keinen Sinn machen, hinzukommen.
00:33:20: Wir haben da ein Spezialthema in der Pauschalreise-Richtlinie, so wie sie sich abzeichnet, kann jeder Hotel je durch die ausgestatteten neuen Pauschalreise-Richtlinie auf einmal die Pflichten eines Pauschalreise-Anbieters zu erfüllen haben.
00:33:34: Alles was an Volumen in der Entlastung, im Praxisecheck, Gasgewerbe steckt, kann mit einem Federstrich, wenn wir hier bei der Umsetzung nicht aufpassen, für vierzigtausend Beherbergungsbetrieb in Deutschland sich ins Gegenteil.
00:33:45: Weil wir
00:33:46: haben ja bei den ganzen Beratungen sehr darauf gedrängt, dass die Bürokratie, die ursprünglich tatsächlich
00:33:52: drohte.
00:33:53: Es war noch viel schlimmer, wenn
00:33:53: du das... Genau, das haben wir ja wirklich... mit Hamem Einsatz auch in Brüssel dann reduzieren können.
00:34:00: Aber wir
00:34:01: haben diese Warnpflicht bekommen, dass der Anbieter eine Einzelleistung warnen muss, dass er keine Pauschalreise anbietet.
00:34:07: Und das betrifft jeden Hotelier, wie wir es verstehen und lesen die Pauschalreise richtigen, wie sich jetzt abzeichnet, trifft hier eine Absicherungspflicht, eine Dokumentationspflicht.
00:34:17: Zeit genau, wann habe ich mit dem Gas kommuniziert, wann hat er gebucht, wann hat er von mehr eine Folge-E-Mail bekommen, das Dokumentationssicher jahrelang aufzubewar-.
00:34:26: Dein steht gerade etwas, was alles adeptionum führt, was wir an Bürokratieabbau gerade in den Angriff nehmen.
00:34:31: Das ist, glaube ich, ein sehr wichtiger Punkt, weil wir da ja über Europa reden.
00:34:36: Das ist ja nichts, was jetzt der Tourismuskoordinator sich ausgedacht hat in den letzten Wochen, sondern wir hatten ja in den vergangenen Monaten zur Pauschalreise-Richtlinie sehr intensive Diskussion in Brüssel.
00:34:48: Die ersten Version, die waren aus meiner Sicht wirklich richtig... Katastrophal.
00:34:54: Das hätte die gesamte Pauschalreise kaputt gemacht in Deutschland.
00:35:00: Wir haben ja mit Ihnen und anderen Verbänden gesprochen.
00:35:02: Wir haben diese Punkte alle auch in Brüssel platziert und wir haben wirklich als Bundeswirtschaftsministerium da sehr viel auch in Ihrem Sinne erreichen können.
00:35:11: Es gibt Einsweitpunkte, die nicht zufriedenständig sind.
00:35:16: Das kann ich sehr gut nachvollziehen.
00:35:18: Aber ich sage es mal so, wir haben wirklich hart dafür gekämpft, dass da sehr viel auch Unsinn jetzt rausgestrichen wurde.
00:35:24: Trotzdem zeigt ihre Anmerkung aus meiner Sicht ein Kernproblem, wenn wir das mal vielleicht generell diskutieren wollen.
00:35:31: Ich bin selber begeisterter Europäer und glaube, wenn wir ein Weg gehen, dass wir alles nur noch in den Nationalstaaten machen, wäre das nicht gut.
00:35:40: Wir haben ja Parteien, die auch genau das wollen.
00:35:42: Ich halte das für falsch.
00:35:44: Aber Europa wird immer mehr ein Ansehen verlieren, wenn der Eindruck entsteht bei Betrieben, bei vielen Bürgern.
00:35:53: Da kommt immer mehr Bürokratieausbrüße und es löst nicht Probleme oder Herausforderungen.
00:35:58: Europa muss aus meiner Sicht eine Antwort geben auf viele unterschiedliche Herausforderungen.
00:36:03: Das eine betrifft große Themen wie Sicherheitsverteidigungspolitik.
00:36:08: Da müssen wir aus meiner Sicht europäisch viel enger zusammenarbeiten, weil wir ansonsten in der heutigen Zeit USA, China, Russland starke Großmächte gar keine Chance haben überhaupt in der Weltpolitik eine Rolle zu spielen.
00:36:22: Aber Europa darf nicht in erster Linie sich damit beschäftigen, wie kann man neue Auflagen für die ganzen Unternehmen schaffen, auch wenn wir über Nachhaltigkeitsrichtlinien sprechen.
00:36:32: So auch da haben wir uns ja dafür eingesetzt, dass die Ausgestaltung verbessert wird, im Sinne auch vor allem dann der großen Ketten.
00:36:40: Wir haben die Zahl der Mitarbeiter erhöht, die war ursprünglich niedriger angesetzt, für die dann diese ganzen Nachhaltigkeitsrichtlinien und Lieferkettenrichtlinien gelten.
00:36:50: Aber am Ende ist es trotzdem immer noch mehr Bürokratie.
00:36:54: Und wenn wir irgendwie jedes Jahr diskutieren, dass wir vielleicht schlimmeres verhindert haben.
00:37:00: Und die Leute sehen aber keinen Fortschritt.
00:37:02: Dann wird die Europa-Begeisterung immer mehr abnehmen.
00:37:05: Und das hielte ich persönlich für fatal, weil ich glaube, auch die Europäische Union oder allgemein gesprochen Europa hatten ganz, ganz hohen Wert für uns alle.
00:37:15: Aber die Leute müssen eben auch den Eindruck haben, es löst Probleme und schafft nicht neue.
00:37:19: Und deswegen kann ich jetzt hier auch nur generell sagen, wir platzieren auch als Bundesregierung das Thema Wettbewerbsfähigkeit auch in Brüssel und auch Friedrich Merz als Bundeskanzler, auch Katharina Reicher als Bundeswirtschaftsministerin haben sehr deutliche Worte gefunden zu diesen Themen, weil wir eben auch sehen, dass leider aus Brüssel sehr viel gekommen ist, was insgesamt gerade den Unternehmen nicht sehr hilft.
00:37:43: Markus, aber ganz kurz für die Hotellerie.
00:37:46: Es hören ja viele zu.
00:37:47: So, und es hört ... der Hotellier zu der einen Hoteller, die die mehrere Hotels haben.
00:37:52: Was bedeutet das jetzt für den Hotellier?
00:37:54: Der kriegt eine Reservierungsbestätigung und was passiert dann?
00:37:56: Er muss aufpassen, dass der Gast nicht bei ihm oder über einem von seinem Homepage vermittelten Umsatz, vielleicht hat er da noch die lokalen Stadtführung mit angeboten, dass dann nicht innerhalb von vierundzwanzig Stunden nachgebucht wird.
00:38:08: Die Grenzen sind unklar, die Haftungen.
00:38:11: Wenn er den Warnhinweis unterlässt, dass er nur eine Einzelleistung verkauft und keine Pauschalreise, dann ist es eine Pauschalreise.
00:38:18: Okay, das ist ja etwas, wir haben früher gelernt, es gibt die IT-Raten und die FIT-Raten, inclusive Tour, du bündelst zwei touristische Leistungen zu einem Paket zusammen.
00:38:25: Und die FIT sind drei Leistungen, ja?
00:38:28: Wenn wir in den Grenzbereich kommen, wo jemand wirklich ein Reiseveranstalter wird, wenn ich als Hotel solche Operationen mache, völlig d'accord, soll das gesamte Reiserecht gelten, aber die reine Hotelbuchung wird ein bisschen extra.
00:38:41: Ist das
00:38:41: Frühstücken extra?
00:38:42: Nein, das ausdrücklich nicht.
00:38:44: Aber
00:38:44: die Haltbansion.
00:38:46: Der Hoteli kommt in die Haftung rein.
00:38:47: Wenn er es nicht rechtsgrundform gestalten kann.
00:38:50: und hier zu einem ganzen Fragenkatalog, der ist einfach offen.
00:38:52: auch nach dem Trilog der Einigung, ist offen, wie das behandelt werden soll.
00:38:57: Wir haben den Eindruck, da ist dann der Fokus auf dreitausend Reisebüros und Reiseveranstaltungen in Deutschland gerichtet worden und mal eben so.
00:39:05: Da
00:39:06: sind dann da mit rein gerutscht.
00:39:07: Ja,
00:39:08: es sind da mit rein gerutscht und das ist natürlich eine Bürokratie Welle, die das auslässt.
00:39:11: Nicht nur in Deutschland, sondern Herr Dr.
00:39:13: Ploser hat es einfach gesagt.
00:39:14: Das ist dann europaweit, wobei es immer
00:39:17: die Frage ist.
00:39:18: Ich wollte
00:39:18: gerade sagen, dass ja immer... Das
00:39:20: Schallreise ist natürlich für Deutschland besonders wichtig, weil die deutschen Pauschalreisen lieben.
00:39:25: Also kein Land, in dem Pauschalreisen so beliebt sind.
00:39:29: Deswegen war das für uns auch ein ganz wichtiges Thema, weil in anderen Ländern wird sowieso anders... gebucht.
00:39:35: Gut, aber grundsätzlich die Gesetze werden ja in Deutschland immer sehr gut umgesetzt.
00:39:41: Es gibt ja den alten Joke in Italien, wenn diese Gesetze erfunden.
00:39:44: Die
00:39:44: sogenannte Goldplating.
00:39:46: Genau, und Frankreich formuliert den Deutschland umgesetzt.
00:39:50: Auch den Punkt haben wir... Ganz richtige Anmerkung.
00:39:53: Man hat das ja gesehen, als wir diese Diesel-Fahrverbote hatten.
00:39:56: Vielleicht erinnert sich der ein oder andere noch.
00:39:58: Da kam heraus, wir haben die immer näher ran gesetzt an die ganzen Kreuzungen, als man es hätte machen müssen.
00:40:06: Und in Griechenland waren die irgendwo oben auf so einem Dach, wo gar keiner logischerweise langgefahren ist.
00:40:12: Und deswegen mussten dann bei uns ganz viele Fahrverbote verhängt werden, weil die ganzen Werte gerissen wurden.
00:40:19: Und wir haben das auch bei anderen Richtlinien gesehen.
00:40:21: aus Europa, also für die Zuhörer kann man es nochmal kurz erklären, es werden dann irgendwann zwischen Europäischen Parlament, der Kommission und dem Rat, also dort sind die ganzen nationalen Regierungen versammelt, wird ein Gesetz oder eine Richtlinie verabschiedet, das ist dann auch immer ein langer Diskussionsprozess und diese Richtlinien müssen dann bis zu einem gewissen Datum umgesetzt werden, auch im nationalen Recht.
00:40:44: Und in der Vergangenheit war es in Deutschland so, wie Sie gesagt haben, Herr Lindner, dass wir häufig noch dann mehr gemacht haben, als europäisch vorgegeben wurde.
00:40:54: Und das hat dann noch dazu geführt, dass wir nicht nur, wenn wir die ganze Welt betrachten, häufig in Europa Sonderregeln hatten, die für Wettbewerbsnachteile gesorgt haben, sondern wir hatten dann noch innerhalb Europas in Deutschland Wettbewerbsnachteile, weil wir ja über die europäischen Vorgaben hinausgegangen sind.
00:41:12: Und deswegen haben wir auch jetzt in der Bundesregierung diesen Punkt bei allen Richtlinien adressiert und gesagt, wir wollen dieses sogenannte Goldplating beenden.
00:41:22: Das darf nicht mehr passieren, weil ansonsten die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands immer weiter geschwächt wird.
00:41:29: Zu dem Thema liegt bei Ihnen in der Geschäftsstelle ein langer Brief von Herrn Lute.
00:41:34: Also vielleicht mal bitten, dass da noch mal intensiver drüber zu gucken, also das ist eine echte Sorge.
00:41:41: Sie müssen weiter deshalb, aber einen Punkt, möchten wir ganz gerne noch mit Ihnen kurz besprechen, ist das ganze Thema Digitalisierung.
00:41:49: begrüßen ist, dass die Bundesregierung dafür einen eigenen Minister hat, dass das deutlich weitergeht.
00:41:54: Es gibt Dinge, die uns ganz, ganz besonders am Herzen liegen.
00:41:58: Das ist auch mit dem Meldegesetz, das unter der letzten Bundesregierung geändert wurde.
00:42:04: Aber nicht in dem Maße, wie es aus unserer Sicht sinnvoll ist, sondern man muss letztendlich den Schritt weitergehen, weil wir immer noch verschiedene Plattformen bedienen müssen und wir Digitalisierung wirklich verstehen, als dass die Daten einmal erhoben werden und dann auch zentral an die unterschiedlichen Stellen ausgegeben werden.
00:42:21: Ein anderes Thema ist auch bei dem Beldik-Set, dass wir letztendlich unglaublich Es wichtig für uns ist, zu wissen, wer bei uns im Hotel ist, dass wir also genaue Identität erkennen können.
00:42:33: Und das ist ein Thema, da ist Markus wie kann es weiter drin, wenn du das vielleicht noch einmal in ein paar Sätzen zusammenfassst.
00:42:41: Die
00:42:41: Meldepflicht ist für Inländer weggefallen, aber sie besteht ja aufgrund völkerrechtlicher Vereinbarung, schenkt da Durchführungszüber ein, kommt für ausländische Gäste.
00:42:49: Aber jetzt haben wir auf einmal eine Riesenschance in Europa, gibt es ja nun mit der EI das Verordnung.
00:42:55: eine Pflicht für die Nationalstaaten, digitale Identitäten ins Handy zu bringen.
00:43:02: Die Bundesregierung muss das auch in den Jahr- und Jahrzehnte umsetzen.
00:43:05: Und hier haben wir natürlich eine einmalige Chance, wenn alle ausländischen Gäste ihren Personaldaten im Handy haben.
00:43:10: man die einfach auslesen kann, natürlich unter Kontrolle des Gastes, er uns diese Daten bemittelt, dann würden wir die gerne auch im Hotel nutzen.
00:43:18: Er kann damit dann ein Flugzeug besteigen, er kann einen Mietwagen nachweisen, dass er einen Führerschein besitzt, aber er darf nicht im Hotel einschicken.
00:43:26: Wir müssen da, und das ist unsere dringende Bitte, darauf drängen, dass die Sicherheitsstufe für ein Hotel von hoch heruntergesetzt wird, vergleichbar mit einem Flughafen, um das mal anschaulich zu machen, damit auch wir von dieser digitalen Kette profitieren können, dann können ausländische Gäste bei uns einschicken und vielleicht auch der ein oder andere Inländer, der anstatt seine Daten bei uns anzugeben, einfach nur sein Handy von Lesegerät hält und dann sagt, ich will diese Daten übermitteln.
00:43:53: Das ist noch wichtig.
00:43:54: Wir haben viele neue Hotels.
00:43:55: Stichwort
00:43:55: Konnektivität der Daten.
00:43:57: Das haben wir tatsächlich, also finde ich sehr spannend, können wir auch gerne im Nachgang nochmal darüber sprechen.
00:44:03: Auch was Sie da so vorhaben, das interessiert mich sehr, also was auch so Ihre Betriebe da.
00:44:08: wie die diese Daten verwenden können, weil wir hatten das beim G-twanzig-Gipfel in Südafrika besprochen.
00:44:14: Ich war dort ja auch für die Bundesregierung, gibt immer einmal im Jahr einen Tourismusminister treffen oder in der Regel.
00:44:19: Die US-Regierung hat jetzt drauf verzichtet in diesem Jahr, die werden wahrscheinlich gar keine Fachminister treffen machen, aber wir hatten das beim September.
00:44:28: Wir besprochen, dass wir international diese Konnektivität der Daten deutlich erleichtern wollen, gerade auch in einem so internationalen Bereich wie der Tourismuswirtschaft.
00:44:40: Weil diese Daten kann man sehr gut auch für andere Bereiche dann nutzen, sondern natürlich als Datenschutzkonform sein.
00:44:46: Aber ich sage es mal generell, ich sehe häufig, dass deutsche Datenschutz recht.
00:44:52: steht auch sinnvollen Änderungen entgegen.
00:44:55: also sehen wir nicht nur in der Tourismus Wirtschaft sondern auch in anderen Bereichen und.
00:45:00: Ich glaube, wir müssen da auch stärker vom Nutzer aus denken, dass viele Prozesse auch durch eine Verknüpfung der Daten erleichtert werden könnten.
00:45:08: Deswegen lassen wir uns dazu auch gern sprechen.
00:45:10: Wir haben das auch immer als Bundesregierung bei den Ratstreffen auf europäischer Ebene adressiert, dass diese Konnektivität verbessert wird und bin ich gern bereit, dass wir das im Nachgang nochmal vertiefen.
00:45:22: Auch die Vernetzung der Daten.
00:45:23: Wir haben bis zu unsere Daten an vielen, vielen Stellen abliefern.
00:45:28: dass diese unsägliche Bettensteuer, die erhoben wird, da müssen wir etwas ausfüllen.
00:45:32: Wir müssen an statistische Landesämter berichten.
00:45:35: Wir haben dann eben eldige Gesetze, haben wir noch Dinge, die wir erfüllen müssen.
00:45:39: dieses one-stop-shopping.
00:45:40: also wenn wir es an einer zentralen stelle erheben dann können wir es auch entsprechend aus diesem aussiedlerquelle an alle verteilen und im obnick füllen wir vier fünf sechs sieben verschiedene formulare
00:45:51: aus.
00:45:51: das ist ja genau das quatsch.
00:45:52: wir haben jetzt ja auch eine neue digitale agenda und die agenda für staatsmodernisierung.
00:45:57: da wird genau an diesen themen auch gearbeitet.
00:46:00: dass man eben nicht sagt man muss für alles irgendwie ein blatt ausführen das geht ja auch bei steuereklärung los.
00:46:05: oder wenn ich irgendwas bei behörden in deutschland abgebe muss ich häufig Vorname, Nachname, Wohnort, wann ist mein Geboren, alles wieder neu ausfüllen, immer noch manchmal auf ein Zettel, was ich schon irgendwie dreißig mal bei anderen Behörden abgegeben habe.
00:46:20: Und das sorgt natürlich jedes Mal für enorm Aufwand zeitlich und manchmal auch finanziell.
00:46:25: Und da arbeiten wir jetzt sehr intensiv dran mit dem Kassen Wildberger, dass das Ganze viel stärker vereinfacht wird.
00:46:32: Ich würde auch vorschlagen, dass wir da diesen Punkt auch aus Sicht des Hotelgewerbes nochmal... Beleuchten und adressieren.
00:46:42: Ich müsste mir das jetzt mit den Kollegen aus dem Digitalministerium nochmal anschauen.
00:46:47: Das scheitert
00:46:48: sehr oft an den vielen, vielen Ausnahmeregelungen, die getroffen werden, die Komplexität, zum Beispiel bei Rebettensteuer, wenn Sie sich das anschauen, was da beachtet werden muss, wenn der eine das macht, dann macht der andere das oder hier oder es ist unfassbar, welche Komplexität das angeht.
00:47:06: Aber
00:47:06: dafür ist ja auch der Verband so wichtig, weil ich glaube, das ist für uns... sehr hilfreich, wenn sie mir mal so drei, vier Beispiele auflisten und dass man sagt, wie kann man das ändern?
00:47:15: Und für die Gastronomie haben wir jetzt einiges erreicht und solche Beispiele, die versuche ich dann umzusetzen.
00:47:22: Ich kann sie immer versprechen, aber ich nehme das jetzt mal mit als Hausaufgabe, dass wir das in diesem Jahr noch angehen.
00:47:28: Also wenn Sie das freundlicherweise nochmal vielleicht zusammenstellen.
00:47:32: Dafür ist ja der Austausch auch so wichtig.
00:47:34: Deswegen glaube ich ist es auch so wichtig, dass ein Tourismuskoordinator ihm mit wichtigen Verbänden und Branchen wie ihn auch spricht, weil dadurch kriege ich sowas auch mit.
00:47:46: Das ist auch so fast wie schon ein Schlusswort von Herrn Dr.
00:47:49: Plaus.
00:47:49: Gibt es etwas, was Sie uns als Verband, als Vorstand, als Geschäftsführung mitgeben wollen, als Wunsch Ihrerseits, was wir Ihnen gegenüber zuarbeiten, zu liefern sollen, was Sie als Zeit der Vorsätze Jahresanfang, was wir uns auf die Agenda setzen wollen, um Sie zu unterstützen?
00:48:07: Also was immer sehr hilfreich ist, ist, wenn sie mit ihren Unternehmen und als Verband auch in der öffentlichen Debatte versuchen, eine wichtige Rolle zu spielen.
00:48:16: Weil das, was wir jetzt hier am Tisch besprochen haben, da sind wir uns wahrscheinlich einig.
00:48:21: So, mehr Wirtschaftspolitik, mehr Wettbewerbsfähigkeit, Unternehmer müssen entlastet werden, das Unternehmertum muss positiver konnotiert werden.
00:48:32: So, wir vier am Tisch stellen uns einig.
00:48:34: Aber ... Ich habe harte Debatten, man braucht nur einmal auf meine Social Media Kanäle zu schauen, was da alles kommentiert wird.
00:48:40: Das ist leider nicht selbstverständlich.
00:48:41: Und ich habe viele Kämpfe, weil es gibt zum Beispiel immer noch viele, die mir entgegenhalten.
00:48:46: Wenn ich für einen starken Luftfahrtsstandort kämpfe, ja am besten ist es doch, wenn gar mehr geflogen wird.
00:48:50: Und auch Autobahnen sollen nicht ausgebaut werden oder saniert werden, weil Autofahren soll man ja... eigentlich auch gar nicht mehr.
00:48:57: So und wenn überhaupt nur noch Bahn fahren und vielleicht mit dem Fahrrad.
00:49:01: Das wird aber dazu führen, dass dann ganz viele Messebesucher und Touristen aus dem Aussage einmal nach Deutschland kommen können und folgerichtig auch nicht mehr in den Hotels übernachten können und weiter gedacht vielen dann am Ende auch Steuereinnahmen.
00:49:14: Das versuche ich immer in der öffentlichen Debatte zu adressieren.
00:49:17: Ich habe auch ein dickes Fell.
00:49:18: Ich halte viel Gegenwind aus.
00:49:19: Haben wir bei der Mehrwertsteuersenkung auch gesehen.
00:49:22: Gar kein Problem.
00:49:23: Aber es hilft natürlich immer, wenn man diese Debatte auch gewinnen möchte, wenn eben andere auch mithelfen, mitmachen, sich einbringen.
00:49:31: Weil am Ende ist es immer auch, wie Helmut Schmidt gesagt hat, der große Hamburger und frühere Bundeskanzler.
00:49:37: Politik ist auch ein Kampfsport.
00:49:39: Und man muss jeden Tag kämpfen, weil ... Wie gesagt, man hat leider auch viele, die das anders sehen und die auch nicht so ein Verständnis dafür haben, dass man was für die Unternehmen im Land tun muss.
00:49:49: Und wenn Sie da einen bescheidenen Beitrag leisten würden bei den Debatten, da wäre ich sehr dankbar.
00:49:53: Wir versuchen das sehr.
00:49:54: Das Gute ist ja, wir sind ja als Deutscher Hotelverband nationale aufgestellt.
00:49:59: Wir sind aber assoziator Fachverband im Dehoge.
00:50:02: Und doch sind wir föderal sehr, sehr stark.
00:50:05: Wir sind in den Ländern unterwegs.
00:50:06: Und das haben wir ja zum Beispiel jetzt durch die Ministerpräsidentenkonferenz in der Corona-Zeit nochmal sehr, sehr genau gesehen, wie wichtig das ist, dass die Länder mitregieren, dass sie wir ein föderales System haben.
00:50:19: Durch den Dekohoge haben wir dann sehr, sehr guten Zugriff.
00:50:22: Wir machen ja auch die Verantworten national, die Hotelpolitik und geben das an unsere Kolleginnen und Kollegen in die Länder entsprechend weiter.
00:50:30: Also insofern sind wir sehr, sehr breit aufgestellt.
00:50:34: Sie sprachen eben davon, dass wir das Wohnzimmer der Republik sind, die ja mit unseren vielen, vielen Betrieben, die wir auch in der Fläche haben und dass das deeskalierend wirkt und dass wir da auch Volkes Stimme sammeln und auch weitergeben können.
00:50:49: Das tun wir sehr, sehr gerne und tun das sehr konstruktiv stehen für die Gespräche zu verfügen.
00:50:54: Das möchte ich auch nochmal ganz deutlich an Sie adressieren.
00:50:58: Lobbyismus ist kein schlechtes Wort, finde ich, sondern zeigt einfach, dass wir versuchen, sachlich und auf Augenhöhe mit Ihnen zu diskutieren und unsere Ideen einzubringen und dass wir dann auch die Praxischecks, die Sie eben angesprochen haben, dann für Sie durchführen können.
00:51:12: Also insofern finde ich, es ist ein sehr, sehr gutes Miteinander.
00:51:15: Das kann nicht gegeneinander sein und dass wir natürlich dann das, worüber, woran wir arbeiten, auch kommunizieren müssen in angemessener Form, das nehmen wir sehr, sehr gerne mit.
00:51:25: Vielen Dank für Ihren Besuch und noch einen ausgefüllten Tag, den Sie sich hier nicht haben werden.
00:51:30: Danke für die Einladung.
00:51:31: Im
00:51:31: winterlichen Hamburg und hoffen, dass Sie gut von links nach rechts kommen.
00:51:34: Das kriegen wir hin.
00:51:35: Wir haben ja noch viel vor und ich bedanke mich sehr für die Einladung und das Gespräch.
00:51:42: Und ich glaube, wie heißt so schön im Englischen, the best is yet to come.
00:51:47: Schöne Schlusswort.
00:51:48: Vielen Dank.
00:51:49: Danke.
00:51:49: Untertitel
00:51:52: im Auftrag des ZDF.
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